Kellerkind

Heraus aus dem Dunkel der Nacht, 
Gedanken ans Licht gebracht,
die sich im Keller
ihren Weg gebahnt,
das Kind ist erwacht. 

Verdrängte Gefühle,
Verletzung und Leid, 
tief versunken im Dunkel, 
Seele verneint. 

Heraus aus der Enge, 
so steinig der Weg, 
das Kind auf der Suche, 
nach Liebe und Geborgenheit, 
doch die Rüstung hält. 

Langsam bröckeln die Mauern, 
Fassaden stürzen ein, 
zurück bleibt ein Kind, 
verletzlich in seinem Sein. 

Dankbar beschreitet es den Weg, 
vom eisigen Keller, 
ins warme Licht, 
findet die Liebe, 
ruht in sich. 

Kerstin Ahrens