Charakterzug

Das narzisstische Kleid
hält nichts als Enge bereit,
angelegt in Kindertagen,
den Schmerz zu versenken,
Gefühle zu begraben.

Erwachsen im narzisstischen Kleid,
nicht spüren wollen, die alten Gefühle,
im Laufe der Jahre darüber
Mauern aus Beton gebaut.

Arroganz und Überheblichkeit,
machen sich breit,
damit verdeckt sein ewiges Leid.
Bewahrt nach Außen die Fassade,
lächelnde Freundlichkeit,
ohne innere Herzlichkeit.

Oberflächlich seine Natur,
er erkennt nicht seine Projektionen,
die in ihm toben.

Intrigen, Lügen, Wortspielereien,
Verdrehen der Argumente,
verletzt in seiner Eitelkeit,
nur im Außen sich bewegend,
um zu entfliehen, dem,
was sich im Innern zeigt,
keinen Raum zu geben.

Vermeintlich edel und gut es meinend,
agiert jedoch zerstörerisch in seiner
nicht wahrnehmbaren Wut,
mit der Absicht, der Welt zu zeigen,
nur ich bin gut.

Der Narzisst,
zutiefst verletzt in seinem Sein,
geboren aus Haltlosigkeit und Liebesentzug,
kann sich nur befreien,
seine Narben zeigen,
lässt er die Masken fallen,
die ihn aufrecht halten.

Stellt er sich seinem wahren Kern,
der tief in ihm verborgen ruht, 
lässt er Tränen der Trauer wahrhaftig zu,
durchwandert er all die unterdrückten Gefühle,
fühlt er den Schmerz, der ihm zugefügt,
öffnen sich neue Räume
für Akzeptanz und Mitgefühl.

Namasté

Kerstin Ahrens