Programmiert
Konditioniert von Kindes Beinen an, der eigenen Unschuld beraubt,
später meinen wir, dass in uns wohnende Drama,
haben wir selbst gebaut.
Unbewusst nimmt das Kind auf, was es hört, sieht, empfindet,
kreiert damit seine innere Struktur.
Erfährt es liebevolle, emphatische Erziehung,
werden seine Bedürfnisse gesehen und erfüllt, ist die Bindung sicher,
steht es später im Leben auf festem Boden, behauptet es sich mit
psychischer und körperlicher Widerstandskraft.
Wird ein Kind jedoch zum Spielball im Drama der Eltern,
erfährt es Entzug, Gewalt, psychische und körperliche Härte,
beginnt es im Inneren sein Selbst aufzugeben,
übernimmt, um zu überleben, die Mechanismen von
Anpassung, Kontrolle und Unterwerfung.
Gefangen im Drama des Geschehens,
wachsen Hilflosigkeit, Schuld und Scham,
aus fehlender Sicherheit, Schutz und Geborgenheit.
Ein Kind, was solches erfährt, führt später oft,
ein unbewusst kontrolliert, funktionierendes Leben,
immer auf der Suche nach Sicherheit und Geborgenheit.
Ein bewusst erfülltes Leben bleibt ihm lange verwehrt,
Beziehungsdramen wiederholen sich,
so lange, bis der Körper spricht, mit Panik, Depression, Ängsten,
Zwängen, Krankheit, mit dem tiefen Gefühl von Verlassenheit.
Das Leben eines jeden Menschen besteht aus einer
Aneinanderreihung von Erfahrungen.
Die Prägung durch Eltern, Bezugsperson,
Kita, Schule, Gesellschaft kann ein Kind
stabil, sicher, frei wachsen lassen.
Ist es jedoch verletzt im Innern, wachsen zunehmend Unsicherheit,
verdeckte Hilflosigkeit, Kontrolle, Vermeidung, Ängstlichkeit.
So lange alte Mechanismen wie Gewalt, Unterwerfung, Ängste,
Sprachlosigkeit greifen, solange Traumata vergangener Generationen
in Familien und Gesellschaft nicht angeschaut, aufgearbeitet werden,
so lange werden sie ihren Fortgang finden.
Es liegt an jedem Menschen selbst, seine eigenen Dramen anzuschauen,
den Mut zu finden, das Alte zu erkennen, um Neues zu beginnen.
Die Kinder werden es ihm DANKEN!
Denn in jedem Ende liegt auch ein neuer ANFANG!
Kerstin Ahrens